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Honminoshi, eine 1300 Jahre alte Tradition unterstützt von Natur und Handwerkskunst

Das in der Region Mino hergestellte japanische Papier wird seit alters für seine hohe Qualität gepriesen. Der Name Honminoshi wird im frühen 8. Jahrhundert nicht nur als handgemachtes Papier erwähnt, auf dem buddhistische Sutren geschrieben wurden, sondern auch viele der ältesten japanischen Familienregister, erhalten im Shosoin in Nara, sind bekannt dafür, auf diesem in Mino hergestelltem Papier aufgeschrieben worden zu sein. Nach mehr als 1300 Jahren wird das Honminoshi nach wie vor von erfahrenen Handwerkern hergestellt, die keine chemischen Farbstoffe benutzen.
Der Produktionsprozess für Honminoshi beginnt mit dem ein- bis zweitägigen Einweichen der weißen Rinde des naturwüchsigen Papiermaulbeerbaums (kozo) in einem Trog reinen Wassers, um sie zu bleichen und das nichtzellulose Material zu entfernen. Nach dem Trocknen in der Sonne wird es in einem großen Topf reinen Wassers gekocht, um den Bleichungsprozess fortzusetzen und jeglichen Säuregehalt zu vernichten. Dieser Prozess wird sooft wiederholt, bis alle unnötigen Bestandteile der Rinde beseitigt sind. Die durch diesen Vorgang erhaltene Masse wird aufgelöst in 5 bis 10 Millimeter lange Fasern, die mit einem Klebstoff aus Hibiskus (Abelmoschus) vermischt und durch ein Sieb gegeben werden. Während normales Papier gewöhnlich nur in einer Richtung von oben nach unten gesiebt wird, durchläuft das Honminoshi ein weiteres Siebverfahren, welches die vertikalen und horizontalen Fasern ineinander verdreht, wodurch eine einzigartig schöne und feine Qualität entsteht. Nach dem Pressen wird das Papier erneut in der Sonne getrocknet, um schließlich einen fertigen Bogen Honminoshi zu erhalten. Auf diese Weise werden natürliche Stoffe zusammen mit Wasser, Luft und Sonne zusammengebracht und von erfahrenen Handwerkern zu wirklich wunderschönem Honminoshi verarbeitet.